Presse + Medien - 2005 - 37 Grad: Wächst du noch? - KLM e. V.

 

37 Grad: Wächst du noch?

Der Hochwuchs - Wo fängt es an? - Wo hört es auf?

 

Image descriptionAls hochwüchsig gelten in Deutschland Männer über 1,92 Meter und Frauen über 1,80 Meter. Hochwuchs kommt seltener vor als Kleinwuchs, genaue Zahlen gibt es jedoch nicht. Für Mädchen ist ein zu großer Körper häufiger ein Problem als für Jungen. Kleinwuchs ist für Jungen problematischer als für Mädchen.









Image description 22.03.2005

Der Hochwuchs

Hochwuchs liegt häufig an den Genen und wird von Eltern und Großeltern vererbt. In den meisten Fällen überragen die Kinder ihre Verwandten nochmals um ein paar Zentimeter. Die meisten Wachstumsstörungen können von Ärzten schon im zweiten bis vierten Lebensjahr festgestellt werden.

Zu groß? Zu klein?
Durch internistische, radiologische und humangenetische Untersuchungen wie zum Beispiel Hormonbestimmungen, Kernspintomografie und Chromosomenzählung lässt sich erfassen, ob ein Kind als Erwachsener "zu groß" wird. Mit einer Hormontherapie kann zu starkes Wachstum gestoppt werden. Durch die Gabe von Geschlechtshormonen wird die Pubertät künstlich eingeleitet. Dadurch verschließen sich die Wachstumsfugen der Knochen vorzeitig und stoppen das Längenwachstum. Bei Mädchen sollte die Hormontherapie vor dem 13. Lebensjahr begonnen werden, bei Jungen bis zum 14. Lebensjahr.
Ein medizinischer Eingriff in das Wachstum empfiehlt sich jedoch nur, wenn das Kind oder der Jugendliche sehr stark unter seiner Größe leidet. Riesenwuchs kann zu großen gesundheitlichen Problemen führen: Wie zum Beispiel Rücken- und Gelenkbeschwerden sowie Haltungsschäden. In manchen Fällen geht die Beweglichkeit des Körpers verloren. Herz und Kreislauf werden enorm belastet, ein frühzeitiger Organverschleiß kann die Folge sein.

Formen von Hochwuchs

Primordialer Hochwuchs
ist erblich bedingt. Eine hormonelle Therapie ist möglich, sofern ein Wachstum von mehr als 1,85 Meter bei Mädchen und mehr als 2,00 Meter bei Jungen prognostiziert wird.

Partieller Riesenwuchs
ist eine Sonderform des Hochwuchses, bei der es zur Vergrößerung bestimmter Körperabschnitte kommt.

Nichthormonaler Hochwuchs
Das Marfan-Syndrom ist eine seltene genetische Mutationskrankheit. Durch eine Störung des Bindegewebe-Stoffwechsels kommt es zu gestörtem Knochenwachstum. Die großen Arterien können sich dadurch ausweiten, dadurch kann es zu Herzerkrankungen kommen.

Normalmaß?
Was heute außergewöhnlich ist, könnte in Zukunft normal sein. Wachstumsexperten gehen davon aus, dass innerhalb der nächsten 60 Jahre Männer im Schnitt 1,93 Meter und Frauen 1,75 Meter groß sein werden. Vorausgesetzt, die Entwicklung verläuft wie bisher, denn vor allem in den industrialisierten Nationen werden die Menschen seit Jahrzehnten immer größer. In den letzten 100 Jahren hat in Deutschland die durchschnittliche Körperlänge um zehn bis zwölf Zentimeter zugenommen. Anders sieht es in Indien, der Türkei und Kolumbien aus: Dort hat sich das Wachstum der Menschen in den vergangenen 100 Jahren nicht wesentlich verändert. In Chile und Kenia beobachten Experten, dass die Menschen dort kleiner werden.

Über die Ursachen des Wachstums in den Industrienationen lässt sich nur spekulieren: Liegt es am Ozonloch, der reichhaltigen Ernährung, an der Klimaerwärmung, an der besseren medizinischen Versorgung und den allgemein besseren Lebensbedingungen? Experten sind sich uneinig.