Presse + Medien - 2002 - Zu klein? Zu groß? - Extreme Leben - KLM e. V.

VOX - Die Reportage

Zu klein? Zu groß? - Extreme Leben


Am 17. September berichtete der Fernsehsender VOX in der Sendung "Die Reportage" unter dem Titel "Zu klein? Zu groß? - Extreme Leben" anhand der 1.14 Meter großen Silke S. und dem 2.17 Meter großen Thomas Birk, was es im Alltag bedeutet extrem klein oder groß zu sein.
Es wurden hier überwiegend nur die Teile bei denen es um den großen Thomas geht, verwendet.
(Dank an Jens Pielawa (KLM Hannover) für die Bearbeitung des Videos)

Original-Textbeitrag der Internetseite von Stern-TV

WAS IST NORMAL?

Zu klein? Zu groß? - Extreme Leben


Hier fehlt noch der Film!!


Filmlänge 31,09 Minuten, Download


Die einen kommen weder an die Tastatur des Geldautomaten noch an den Einwurfschlitz im Briefkasten. Die anderen können keinen Wochenmarkt überqueren ohne mit den Standschirmen zu kollidieren und machen unliebsame Bekanntschaft mit Schildern aller Art in Supermärkten, Tiefgaragen und auf dem Bürgersteig. Zu groß geraten, zu klein geraten – nichts passt ob Kleidung, Schuhe, Autos oder Möbel: Menschen außerhalb der EU Normgrößen sind in ihrem Alltag stetig mit größeren oder kleineren Problemen konfrontiert, weil ihre Maße den Industrienormen nicht entsprechen.

Die 30-jährige Juristin Silke S. ist seit einem Jahr Staatsanwältin in Frankfurt am Main – wahrscheinlich die Kleinste ihrer Zunft in Deutschland. Sie misst gerade mal 1,14 Meter. Bei der Kleidung – so erzählt sie – gibt es kaum Probleme. Sie kauft Kinderkleidung, bei der dann nur noch Arme und Beine verlängert werden müssen. Beim Autofahren war schon mehr Aufwand nötig, alles musste auf ihre Größe hin umgebaut werden. Egal ob Post, Bank oder Supermarkt, sie ist überall auf fremde Hilfe angewiesen. Ob ihr im Supermarkt jemand aus den oberen Regalregionen etwas reichen soll, oder bei der Post ihren Brief in den Kasten befördern muss – meist muss sie Menschen in Normgröße ansprechen, um Alltägliches bewältigen zu können. Ihr Lebensgefährte misst übrigens 1,40 Meter.

Der 26-jährige Bahnpolizist Thomas B. dagegen ist 2,17 Meter groß und ist damit einer der Längsten in Deutschland. Zur Zeit richtet der Sachse sich eine neue Wohnung ein. Eine Matratze mit Überlänge muss extra angeliefert werden, erst dann kann er sich sein Bett zusammenzimmern. Die um rund 30 Zentimeter erhöhte Küche ist schon fertig. Autofahren geht nur in bestimmten Modellen und da auch nur mit dem kleineren Sportlenkrad, sonst kollidieren die Knie mit dem Lenkgerät. Klamotten und Schuhe XXL gibt es nur im Spezialgeschäft. Aber ansonsten hat Thomas mit seiner Größe auch viel Spaß. Beim Job an haben die Punker am HBF schon mal von vorneherein Respekt und bei Aktionen mit dem Klub der Großen wie dem ?Guiness Weltrekord?: Zwölf Lange (Mindestgröße zwei Meter) , die in einem Trabant unterwegs sind.

Für Türkan I. dagegen ist Autofahren nicht so lustig. Die 24-jährige macht gerade den Führerschein. Nicht einfach mit einer Körpergröße von 99 Zentimetern und einer Gehbehinderung, sie läuft nur noch kleine Strecken zu Fuß, ansonsten fährt sie mit dem Rollstuhl. Die Fahrschule bei der sie übt, hat sich auf solche Fälle spezialisiert. Für die in Deutschland geborene Türkin steht ein umgebauter Renault Kangoo zur Verfügung, jeden Dienstag und Donnerstag ist Fahrstunde, die Prüfung steht an. Danach feiert sie mit ihrer Familie – Schwester und Brüder sind alle normal groß.